GreenBytes GB-1000 als iSCSI-SAN im Failover-Cluster (Review) - Hyper-V Server Blog

GreenBytes GB-1000 als iSCSI-SAN im Failover-Cluster (Review)

Wir haben aktuell eine GreenBytes GB-1000 hier, die uns freundlicherweise von der Firma Consolidate IT bereitgestellt wurde. Da wir auf der Suche nach einem preisgünstigen, aber performanten SAN-System sind, sind wir auf die Produkte der Firma GreenBytes gestoßen. Die Werbe-Aussagen preisen das Gerät als günstig, aber dennoch hoch performant und effektiv an. Da zwischen Werbeaussage und Realität oftmals ein Unterschied besteht, haben wir uns die GB-1000 mal näher angeschaut und uns einen eigenen Eindruck von dem Gerät beschafft. Ziel dieses Artikels ist es, diesen Eindruck weiterzugeben.

Laut Datenblatt hat die GreenBytes eine Quad Core CPU, 12 GB RAM, eine 32 GB große SSD für das Betriebssystem, zwei 25 GB große SSDs für den Cache und acht 500 GB große Festplatten, allesamt 2,5” groß. Zur Anbindung an das Netzwerk sind zwei 1 GbE-Adapter vorhanden sowie einen weiteren 1 GbE-Adapter für das Management. Weitere Daten stellt das Datenblatt bereit.

Nach dem Start des Geräts wird man von einem OpenSolaris begrüßt. Man kann sich zwar an der Konsole anmelden, kann dort aber nichts GreenBytes-relevantes einstellen. Administriert wird das Gerät über den “GreenBytes Storage Manager”, ein MMC-SnapIn. Das sieht dann wie folgt aus:

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Die Benchmark-Tests:

Der erste Test, den ich durchgeführt habe“, war das Messen der Geschwindigkeit mit dem Programm “CrystalDiskMark”.

Hier ein Test der Geschwindigkeit auf ein 500 GB großes Volume, inkl. aktivierter Kompression und De-Duplizierung (hierzu später mehr):

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Hier der gleiche Test, allerdings mit deaktivierter Kompression und De-Duplizierung:

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Hier zum Vergleich die beiden lokalen 300 GB SAS 15k-Festplatten:

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Was sich extrem bemerkbar macht sind die hohen Werte bei den Tests “4K” und “4k QD32”. Vergleichen kann man die Werte mit den folgenden: Hyper-V-Server.de: Ein guter Server zum Virtualisieren

Als nächstes habe ich neun virtuelle Server auf einem unserer Hyper-V-Hosts hinzugefügt und die Festplatten auf dem verbundenem iSCSI-Volume gespeichert. Da das größte Problem bei solchen externen Speicher-Systemen die Performance und die Latenz ist, wollte ich mir einen Eindruck darüber verschaffen, wie sich diese Server verhalten im Betrieb. Genaue, messbare Werte konnte ich nicht ermitteln, allerdings hat man ja ein Gefühl dafür, ob ein System nun träge ist oder ob sich das Verhalten mit einem System auf direkt angeschlossenen Festplatten vergleichen lässt.

Mit aktivierter Kompression und De-Duplizierung war das Verhalten dieser neun Maschinen schon beachtenswert, Operationen mit einer gewissen Anzahl von I/O-Vorgängen (Starten der Maschine, Herunterfahren, Suchen nach allen Dateien auf Laufwerk C…) waren zufriedenstellend, selbst bei dieser Art des Betriebs.

Einen weiteren Performance-Schub habe ich bekommen, nachdem ich die Maschinen auf einem Volume gespeichert habe, auf dem sowohl die Kompression als auch die De-Duplizierung deaktiviert war. Wie schon an den Benchmark-Werten oben sichtbar steigen die Werte je nach Art des Benchmark-Tests um fast das fünffache im Schreib-Modus.

Eine noch weiter verbesserte Performance bekommt man, wenn man pro virtuellem System ein (oder mehrere) Volume(s) erstellt und diese direkt mit der virtuellen Maschine verbindet. Hierdurch verliert man allerdings einige Vorteile, z.B. die Möglichkeit eines Exports, der Verlust wird aber weitestgehend durch die Snapshot-Möglichkeit der GB-1000 wett gemacht.

Das Hyper-V Failover-Cluster:

Als nächstes stand das Einrichten eines Failover-Clusters auf dem Plan. Aus Zeitgründen konnten wir bis zum aktuellen Zeitpunkt nur zwei Maschinen hochverfügbar machen, allerdings ergibt sich hierbei schon ein interessantes Detail:

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Aktuell sind 13,7 GB genutzt, und zwar durch zwei Windows Server 2008 R2. Nur durch die Kompression und die De-Duplizierung schafft die GB-1000 eine Reduzierung des Speicherplatzes von 22,36 GB auf 13,7 GB. Wie man in dem Screenshot erkennt sind das 38,73 %. Wenn das Verhältnis so bleibt könnten auf den eigentlich nur 3,16 TB großen Festplatten insgesamt 5,16 TB an Daten gespeichert werden. Für die Virtualisierung aus Performance-Gründen nicht ganz sinnvoll, für ein NAS-System allerdings schon ein geiles Feature :)

Die Maschinen liefen sehr performant und ohne kleine Hänger/Aussetzer im Betrieb, wie es manchmal bei langsamen iSCSI-Volumes der Fall ist. Hier einige Screenshots des Clusters und eines Umzugs einer virtuellen Maschine:

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Das hier vorgestellte Modell GB-1000 mit 8 x 500 GB plus SSD kostet Liste 13200 €. Vergleichbare Systeme anderer Hersteller bewegen sich teilweise in weitaus höheren Regionen, von daher ist dieses Gerät an sich schon ziemlich günstig. Trotz des geringen Preises schlägt sich die GreenBytes sehr gut und liefert sehr souveräne Werte ab. Wir hatten während der Teststellung einen durchweg positiven Eindruck von dem Gerät und können das Gerät als NAS oder SAN empfehlen.

Jan Kappen
 

Jan Kappen ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Richtung Systemintegration. Er hat seine Ausbildung im Sommer 2008 abgeschlossen und arbeitete bis August 2018 bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG. Seit September 2018 arbeitet er als Senior Netzwerk- und Systemadministrator bei einem großen mittelständischen Unternehmen im schönen Sauerland. Jan Kappen ist unter anderen MCITP Server Administrator, Enterprise Administrator und Enterprise Messaging Administrator 2010 sowie MCTS für System Center Virtual Machine Manager 2008, Windows Server 2008 Active Directory, Windows Server Virtualization und Windows Server 2008 Network Infrastructure. Seit 2015 wird Jan Kappen im Bereich "File System Storage" bzw. "Cloud & Datacenter Management" für seine Expertise und seine Community-Arbeit mit dem MVP Award von Microsoft ausgezeichnet.

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