Absicherung eines System Center Data Protection Manager 2010-Servers | Hyper-V Server Blog

Absicherung eines System Center Data Protection Manager 2010-Servers

eintrag-jan-2 Das ein Data Protection Manager (DPM) dafür verantwortlich ist die Daten anderer Server oder Daten auf dem eigenen System zu sichern, das dürfte jedem klar sein. Wie aber sichert man den lokalen DPM-Bestand vor einem Ausfall? Natürlich kann man sich einen weiteren DPM-Server aufsetzen und die Datenbank bzw. die Einstellungen replizieren, aber es gibt bestimmt viele Umgebungen, in denen diese beiden Server schon einen Großteil der Server in der Umgebung ausmachen würden. Da wir momentan in einer Situation sind, dass wir in einer bestimmten Umgebung nur einen einzigen Server haben (Mehr dazu in diesem Beitrag), habe ich mich einmal mit dem Thema “Sicherung und Rücksicherung eines DPM-Servers” befasst.

Ein DPM-Server hat eine Datenbank, in die er seine Informationen speichert. Dort steht z.B., welche Partition welche Daten enthalten bzw. welche Schutzgruppe besitzt welche Partitionen. Was aber passiert, wenn der Server, auf dem das DPM installiert ist, einen Ausfall der Festplatten hat, auf dem die Datenbank liegt oder wenn aus irgendeinem Grund die Partition kaputt geht oder die Datenbank korrupt wird? Kann der DPM-Server, nachdem er wieder funktionstüchtig gemacht wurde, die vom ihm angelegten Partitionen (ähnlich wie bei einem Band) wieder einlesen und die Daten wiederherstellen? Da ich zu diesem Thema keinerlei Aussagen gefunden habe, habe ich das ganze mal bei uns in der Theorie nachgestellt. Ich habe einen DPM installiert, eine Schutzgruppe erstellt mit mehreren virtuellen Maschinen und eine Sicherung erstellt. Dann habe ich die Maschine heruntergefahren, eine der beiden RAID1-Festplatten die das Betriebssystem-Laufwerk darstellen herausgezogen und den Server wieder gestartet. Das System lief so einige Zeit, ich habe diverse Änderungen innerhalb der virtuellen Maschinen gemacht und der DPM hat noch ein paar weitere Sicherungen erstellt. Nach knapp einem Tag habe ich dann den Server wieder heruntergefahren, die bisher aktive Festplatte herausgezogen, die bis dahin inaktive Festplatte mit dem Stand von “gestern” wieder eingesteckt und den Server wieder in Betrieb genommen. Sinn dieser Aktion war, dass ich nun einen Datenbank-Stand von Montag (als Beispiel) habe, die Sicherungs-Daten auf meinem DPM-Speicher-Laufwerk allerdings von Dienstag sind.

Nach dem Start der DPM-Konsole zeigte mir die Anzeige diverse inkonsistent Replikationen an. Ich habe die Prüfung dann manuell gestartet, und nach der Prüfung wurden mir alle Replikationen wieder als “OK” angezeigt. Ich habe nun die Wiederherstellung eines virtuellen Servers gestartet, leider hat mir der Wizard nur Wiederherstellungsdaten angezeigt von vor dem Ziehen der Festplatte (sprich: Montag). Auch eine Wiederherstellung des virtuellen Servers hatte nicht zur Folge das Daten von Dienstag wieder da waren, der Server war auf dem Stand der letzten (bekannten) Sicherung => Letzte Sicherung (Montag) vor dem Ziehen der Festplatte.

Nun stellt sich die Frage, wie ich einen DPM-Server bzw. die Datenbank absichere. Microsoft empfiehlt die folgende Vorgehensweise (das Dokument ist für den DPM 2007, die Parameter und die Programme haben sich bei dem DPM 2010 nicht geändert, außer des es “replicas” heißen muss anstatt “replica”:

Backup of DPM Servers

Variante 1 (Backing Up DPM by Using a Secondary DPM Server) fällt raus, da wir nur einen DPM-Server haben. Variante 2 (Backing Up DPM Databases to Tape) fällt ebenfalls heraus, da wir kein Laufwerk in dem Server verbaut haben, sondern “nur” eine Backup2Disk-Sicherung fahren. Bleibt also nur Variante 3 (Backing Up DPM by Using Third-Party Software).

Die Lösung bringt das kleine, aber feine Programm “DPMBackup.exe” im DPM-Verzeichnis. Mit Hilfe dieses Programms ist man in der Lage, einen Export der Datenbank zu erstellen. Der Parameter ist “-db”, dann wird ein Export unter “\Program Files\Microsoft DPM\DPM\Volumes\ShadowCopy\” gespeichert. Weitere Parameter (z.B. das Umlenken des Exports in einen anderen Pfad) bekommt man angezeigt, wenn man “DPMBackup.exe /?” eingibt. Mit Hilfe der Aufgabenplanung kann man so in recht kurzen Abständen eine Sicherung der Datenbank erstellen.

Zum Thema “Wiederherstellung” gibt es ebenfalls einen eigenen Bereich im Technet, und zwar unter der folgenden Adresse:

http://technet.microsoft.com/en-us/library/bb795745.aspx

Ich habe die Wiederherstellung der Datenbank natürlich auch getestet und musste feststellen, das man den DPM komplett neu installieren muss. Selbst bei einem Restore einer Acronis oder DriveSnapshot-Sicherung kann man nicht einfach die Datenbank wiederherstellen, sondern muss das komplette Programm deinstallieren und neu installieren. Erst dann kann man die Datenbank wieder einziehen und ist in der Lage, seine anderen mit dem DPM erstellten Sicherungen wiederherzustellen.

Wie man sieht ist eine Ein-Server-Lösung nicht so sexy wie eine Zwei-Server-Lösung inkl. Replikation bzw. gegenseitiger Sicherung der Datenbanken. Da allerdings oft das Geld oder die Mittel für solch eine Lösung fehlen habe ich mit diesem Artikel hoffentlich einen kurzen Überblick gegeben, wie eine konsistente Sicherung und eine erfolgreiche Wiederherstellung der Datenbank möglich ist. Weiterhin steigt mit Anzahl der Server bzw. der Daten in einem Unternehmen in der Regel auch die Wichtigkeit, sodass man ab einem gewissen Punkt eigentlich keinerlei (weitere) Argumentation mehr für einen zweiten DPM-Server benötigt.

Jan Kappen
 

Jan Kappen ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Richtung Systemintegration. Er hat seine Ausbildung im Sommer 2008 abgeschlossen und arbeitete bis August 2018 bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG. Seit September 2018 arbeitet er als Senior Netzwerk- und Systemadministrator bei einem großen mittelständischen Unternehmen im schönen Sauerland. Jan Kappen ist unter anderen MCITP Server Administrator, Enterprise Administrator und Enterprise Messaging Administrator 2010 sowie MCTS für System Center Virtual Machine Manager 2008, Windows Server 2008 Active Directory, Windows Server Virtualization und Windows Server 2008 Network Infrastructure. Seit 2015 wird Jan Kappen im Bereich "File System Storage" bzw. "Cloud & Datacenter Management" für seine Expertise und seine Community-Arbeit mit dem MVP Award von Microsoft ausgezeichnet.

  • Michael sagt:

    Dankeschön, genau das was ich gesucht habe.
    lg michael

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