Hyper-V unter Windows 8 Enterprise - Hyper-V Server Blog

Hyper-V unter Windows 8 Enterprise

Mit Windows 8 ist erstmalig ein Hypervisor direkt in einem Client-Betriebssystem von Microsoft enthalten und zwar in den Varianten Pro und Enterprise. Da ich als Arbeitsplatzrechner eine HP Z200 Workstation nutze, habe ich die Möglichkeit mit diesem System Hyper-V zu nutzen.

Die Installation gestaltet sich recht einfach: In der Systemsteuerung unter “Programme und Features” kann man mit “Windows-Features aktivieren und deaktivieren” das Hyper-V Feature aktivieren. Neben der “Hyper-V-Plattform” gibt es auch  noch die Möglichkeit, die “Hyper-V-GUI-Verwaltungstools” (der Hyper-V-Manager) sowie die “Hyper-V-Modul für Windows PowerShell” zu installieren. In den meisten Fällen werden diese Verwaltungstools auf jeden Fall benötigt; wenn man also eh bei der Installation ist, macht es Sinn die PowerShell-Module direkt mit zu installieren.

Die Einrichtung

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Nachdem das Feature aktiviert und bestätigt wurde, startet das System mehrfach neu und Hyper-V wird installiert. Nach der Anmeldung tauchen im „Startmenü” zwei neue Icons auf:

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Eine Nutzung von Hyper-V ist standardmäßig nur mit Administratorrechten möglich; ein Aufruf des Hyper-V-Manager und eine Verbindung mit dem Lokalen endet mit der folgenden Meldung:

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Ändern kann man dieses Verhalten, indem man einen oder mehrere Benutzer zur folgenden Gruppe hinzufügt:

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Ob auf dem System aktuell Hyper-V ausgeführt wird kann man erkennen, indem man in einer Eingabeaufforderung ein

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ausführt. Bei einem System ohne aktiviertem Hyper-V sieht dies wie folgt aus:

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Bei einem System, bei dem es aktiviert ist, sieht es wie folgt aus:

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Voraussetzung für die Aktivierung von Hyper-V ist SLAT (Second Level Address Translation) und eine CPU, die Virtualisierung unterstützt. Sollte die Hardware dies nicht können, wird es einerseits in der Systeminfo-Ausgabe angezeigt, andererseits ist das Feature nicht aktivierbar und grau hinterlegt.

 

Das Management

Nachdem Hyper-V aktiviert wurde und man die entsprechenden Berechtigungen zum Betrieb hat, kann man mit Einrichtung und Erstellung der ersten Maschinen beginnen. Der Hyper-V-Manager sieht nicht anders aus als auf einem Server.

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Die generellen Hyper-V sowie Netzwerk-Einstellungen sind vollständig identisch; hier können ebenfalls externe, interne und private Netzwerke konfiguriert werden. Ein Unterschied ist mir dennoch direkt aufgefallen, und zwar ist die Funktion der Livemigration beschränkt. Ruft man das Verschieben-Menü auf, öffnet sich der folgende Wizard:

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Man kann “nur” die Daten des virtuellen Systems verschieben, eine Livemigration auf ein anderes System ist mit dieser Option leider nicht möglich.

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Eine kleine, aber hilfreiche Information versteckt sich im Hyper-V-Manager. Hier kann direkt eingesehen werden, ob die Integrationsdienste in der VM aktuell sind oder aktualisiert werden sollten.

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Das Management eines Servers funktioniert ebenfalls, d.h. ich kann meine Server über den Hyper-V-Manager steuern und administrieren. Hierbei ist zu beachten, dass Administrator-Rechte benötigt werden, eine Mitgliedschaft in der lokalen Gruppe reicht nicht aus.

Problematisch wird es allerdings, wenn ich versuche einen anderen Windows Server 2008 R2 oder Windows Server 2008 zu administrieren. Bei dem Versuch, den Server hinzuzufügen, erscheint die folgende Meldung:

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Fazit

Die Integration von Hyper-V wurde sich von vielen Technikern gewünscht, Microsoft hat aufgepasst und gehandelt. Viele haben bisher einen Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 als Workstation genutzt, um Hyper-V mit an Bord zu haben. Nun ist es endlich möglich, virtuelle Systeme auch im Client-Betriebssystem zu betreiben. Dies wird keine Funktion sein, die von nun an auf jedem System genutzt wird, dafür ist gar nicht der Bedarf vorhanden. Auf den Systemen von Administratoren, Entwicklern, Technikinteressierten usw. wird Hyper-V jedoch bestimmt oft Anwendung finden; und sei es nur für eine kleine Windows XP-VM, die noch für ein einziges veraltetes Programm genutzt wird.

Viel Spaß beim Virtualisieren…

Jan Kappen
 

Jan Kappen ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Richtung Systemintegration. Er hat seine Ausbildung im Sommer 2008 abgeschlossen und arbeitete bis August 2018 bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG. Seit September 2018 arbeitet er als Senior Netzwerk- und Systemadministrator bei einem großen mittelständischen Unternehmen im schönen Sauerland. Jan Kappen ist unter anderen MCITP Server Administrator, Enterprise Administrator und Enterprise Messaging Administrator 2010 sowie MCTS für System Center Virtual Machine Manager 2008, Windows Server 2008 Active Directory, Windows Server Virtualization und Windows Server 2008 Network Infrastructure. Seit 2015 wird Jan Kappen im Bereich "File System Storage" bzw. "Cloud & Datacenter Management" für seine Expertise und seine Community-Arbeit mit dem MVP Award von Microsoft ausgezeichnet.

  • slig sagt:

    Hallo!

    Ich habe ein Notebook 64 Bit, SLAT etc. vorhanden.
    Da ich seit kurzem im Besitz einer MSDN-Lizenz bin,
    konnte ich mir Windows 8 Enterprise installieren.
    Jetzt eine Frage, die für manchen hier etwas lächerlich
    wirkt:
    Wie muß ich vorgehen, damit mein Gastsystem (in meinem Fall
    Windows 7 Ultimate)vollen Zugriff die Laufwerke
    des Hostsystemes hat (in meinem Fall Windows 8 Enterprise).

    lG slig

  • Jan Kappen sagt:

    Hi,
    das geht nur per Remotedesktop (bzw. RemoteFX, wie es ja jetzt heißt). Eine Sitzung per RDP/RFX von Host auf VM bindet dir auf Wunsch alle Laufwerke mit in die Session ein.
    Gruß, Jan

  • hpvd sagt:

    Hallo

    klasse Blog!

    eine Nachfrage:
    weiß man schon ob es bei der Windows 8 Prof/Enterprise Version Einschränkungen im Vergleich zum Server bzgl der dort nutzbaren VM-Anzahl gibt?
    Oder kann ich eine beliebe Anzahl von VMs auf einem Prof/Enterprise Host betreiben (sofern ich für jede darin enthaltene Windowsversion eine Lizenz habe)?

    Gibt es Restriktionen bzgl der von den VMs jeweils nutzbaren Hardware (RAM/CPU) auf einem Prof/Enterprise Host?

    WindowsProf/Enterprise soll ja insgesamt bis zu 512GB Ram unterstützen…
    (auch wie bisher 2 CPUs??)

    Viele Grüße

  • elretzo sagt:

    Hallo,

    ich hätte da eine Frage zu den Netzwerkeinstellungen. Ich habe zur Zeit nicht die Möglichtkeit weitere IP-Adressen zu nutzen.
    Besteht die Möglichkeit, dass die Gastsysteme keine eigene IP-Adresse im Host-Netzwerk bekommen, aber dennoch darauf zugreifen können?

    Viele Grüße

  • Jan Kappen sagt:

    Hallo,
    mit der Option „internes Netzwerk“ wird auf dem Host eine virtuelle Netzwerkkarte erstellt, über die der Host mit einer oder mehreren VMs kommunizieren kann, das Netz ist hier egal, es muss sich nur logisch sehen können (alle im gleichen IP-Bereich). Eine Kommunikation von Außen ist damit nicht möglich, Server/Client zu VMs ja.
    Gruß, Jan

  • Volker sagt:

    Hallo und guten Morgen,
    das ist ja wirlich alles recht einfach, relativ gesehen.
    Ich habe es jetzt gewagt die RemoteFX-3D-Grafikkarte dem Gastsystem Windows7 Enterprise hinzu zu fügen und bei Start erscheinen dann im Gerätemanager 2 unbekannte Gerät und die Grafikkarte ist eine Standard VGA geworden.
    Wenn ich mich via RDP und der IP dann an dieser virtuellen Maschine von einem anderen PC einlogge, ist die Grafik alles andere als beschleunigt.
    An der Hardware des Servers kann das eigentlich nicht liegen.
    Hat das schon mal jemand gemacht?

    Viele Grüße Volker

  • Volker sagt:

    Jetzt bin ich tatsächlich nach rund 4 Monaten wieder über diese meine eigene Frage gestolpert. Das Problem ist immer noch nicht gelöst. Mir scheint, dass mit Hyper-V eine Technik im Umlauf gebracht wurde, die, wenn ernsthaft verwendet werden soll, gar nicht funktioniert. Bei meinem Server 2012, bei dem eigentlich alles besser sein soll, funktioniert es auch nicht. Wenn man z.B. Google Earth (verwendet DirectX) im Gastsystem installiert, funktioniert es nicht, weil der Hypervisor die Fähigkeit gar nicht durchreicht. Ich habe übrigens ein Asus Server-Mainboard mit 2 Xeons und 128GB RAM. Ich habe wirklich alles versucht – alle Microsoft-Technet Infos sind Schrott.
    Also – wer sowas will, braucht VMWare. Nix mit Angriff vom Microsoft auf VMWare. Da wird Bill wohl noch 20 Jahre brauchen …

  • Volker sagt:

    Grafikkarte im Server ist übrigens eine ATI FirePro V7800 Microsoft Zertifiziert.
    Grüße
    Volker

  • Volker sagt:

    So – Hyper-V deinstalliert, VMWare Workstation installiert, darauf Windows7 und Server2008 installiert.
    In VMWare 3D Funktionalität aktiviert, Intel V-T gewählt, Rest auf Auto.
    Neustart und siehe da – VMWare 3D Grafikkarte in den VM wurden installiert.
    Testweise Google Earth installiert (läuft nur mit ActiveX oder OpenGL, beides kann eine VM nicht, wenn die Grafikkarte nicht vom Host durchgereicht bzw. virtualisiert wird!!)und siehe da – was Microsoft nicht kann (3 Monate sinnlos getüftelt, wenn auch mit vielen Unterbrechungen) VMWare kann das in 10 Minuten!
    Ich denke mal, dass das mit Hyper-V noch niemand geschafft hat und wird wohl auch nicht.
    Grüße
    Volker

  • Finzl sagt:

    Unterstützt das System denn die vt-d Befehle?
    Die werden bei Hyper-V für das GPU-Passthrough benötigt.

  • Wolfgang Ponitz sagt:

    Hallo,

    Kalsse Blog.
    Auch ich bin hauptsächlich wegen des Hypervisors auf win8 umgestiegen. Allerdings nervt noch ein Problem. Während der Netzwerkzugriff über Ethernet-Kabel am Win8-Host einwandfrei funktioniert, kam es in letzter zeit öfter vor, dass ich „nur“ einen WLAN-Zugang zur Verfügung gestellt bekam. Ich versuchte, über Bridging den WLAN-Access im Hyper-V-Client zu neutzen, aber sobald ich die Bridge aktivierte, erreichte ich schon auf dem Host keine Interseite mehr, obwohl die Netzwerk-Verbindung immer noch als aktiv angezeigt wurde. Was mache ich verkehrt?

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