Hyper-V auf Apple iMac und MacBook Pro mit Core i7 - Hyper-V Server Blog

Hyper-V auf Apple iMac und MacBook Pro mit Core i7

Ja, ich gebe es zu, ich bin Apple und Microsoft Fan. “Geht das”, werden viele fragen? Ich glaube schon, denn Apple baut hervorragende Hardware und Microsoft macht hervorragende Software. Da ich hauptsächlich unterwegs bin, stand mal wieder ein neues Notebook an. Bisher hatte ich ein HP NX9420 17” Notebook mit 4GB Hauptspeicher und W2K8R2 incl. Hyper-V, sowie ein Apple MacBook 13” Notebook, ebenfalls mit 4GB Hauptspeicher, Windows 7 und Snow Leopard. Das Neue sollte beide Notebooks ersetzen, da das eine kein Hyper-V unterstützt und das Andere etwas zu groß ist. Als Apple dann seine MacBook Pro Reihe etwas auffrischte und ein 15” Notebook mit Core i7 herausgebracht hatte, wollte ich eine solche Maschine haben. Immerhin unterstützt das MacBook Pro 8GB Hauptspeicher (leider keine 16GB), so dass ich auch eine etwas größere Hyper-V Umgebung betreiben könnte.

Jetzt stellte sich mir nur noch eine Frage: Unterstützt das Apple MacBook Pro die Hardwareanforderungen von Hyper-V? Da die Apple Hardware über kein herkömmliches BIOS verfügt, in dem man im Zweifelsfall die Virtualisierungsfunktionalität des Prozessors einschalten kann, eine berechtigte Frage. Eine Recherche im Internet ergab auch keine Antwort. Ich fand nur einige andere Leute mit der gleichen Frage. Glücklicherweise bestellte einer unserer Kunde einen iMac 27” mit dem Core i7 Prozessor. Auf diesem System konnte ich in einer Bootcamp Partition Windows Server 2008 R2 mit Hyper-V installieren und testen.

Erstes Ergebnis: Der aktuelle iMac 27” mit Core i7 (Stand Mai 2010) unterstützt Hyper-V

Ich bin dann, ermutigt durch das Ergebnis hingegangen und habe mir ein MacBook Pro 15” mit Core i7, 7200 SATA Festplatte und 8 GB Hauptspeicher bestellt. Auch auf diesem System konfigurierte ich eine BootCamp Partition und installierte darin den Windows Server 2008 R2. Als nächstes updatete ich das System mit den  Apple Bootcamp Treiber von der Mac Snow Leopard DVD, damit die Hardware optimal BSOD_Hyper-V_auf_MacBook_Prounterstützt wird. Soweit sah alles gut aus. Dann wurde die Hyper-V Rolle nachinstalliert und nach dem Booten überraschte mich dann folgender Bluescreen (siehe Foto).

Man kann sich vorstellen, dass mich ein kleiner Schreck befiel, da die Apple Hardware doch nicht gerade zu den Günstigsten zählt. Deswegen  hier das Ergebnis, bevor ich weiter auf die Konfiguration eingehe:

Zweites Ergebnis: Das aktuelle MacBook Pro 15” mit Core i7 (Stand Mai 2010) unterstützt Hyper-V eingeschränkt

In dem BSOD wird der Treiber “nvlddmkm.sys” referenziert. Diese ist der Nvidia Geforce GT 330M Treiber, die Hardware Grafikkarte welche in dem MacBook Pro verbaut ist. Nach einer Recherche zu diesem Treiber, stellte sich  heraus, dass es einige Leute mit verschiedenster Hardware (nicht nur APPLE) gibt, die beim Einschalten des Hypervisors, dass gleiche Problem haben. Der Kartentreiber kollidiert mit der “Data Execution Protection (DEP)” Technologie, die Hyper-V zur Virtualisierung benötigt. Momentan ist dieses Problem bei Nvidia nicht gelöst.

imageJetzt möchte ich allerdings nicht auf Hyper-V auf meinen MacBook Pro verzichten, deshalb habe ich mir folgenden Workaround erarbeitet:

1. Wenn ich mit Hyper-V arbeiten möchte, dann deaktiviere ich den Nvidia GeForce GT 330M Treiber im Gerätemanager (siehe Screenshot) und schalte den Hypervisor mit dem Befehl:

bcdedit /set hypervisorlaunchtype auto

für das nächste Booten ein.

2. Wenn ich ohne Hyper-V, aber dafür mit der vollen Auflösung (bei meinem System immerhin 1680 x 1050 Pixel) und Grafikperformance der Nvidia Geforce GT 330M Karte arbeiten möchte, dann aktiviere ich die Grafikkarte in dem Gerätemanager und schalte mit dem Befehl:

bcdedit /set hypervisorlaunchtype off

den Hypervisor für das nächste Booten aus.

Nachtrag vom 20. Juli 2010: Ich habe soeben Windows Server 2008 R2 SP1 Beta installiert. Ergebnis: kein Blue Screen mehr beim Booten. Ich kann ganz normal mit Nvidia Treiber und Hypervisor arbeiten. Hoffentlich bleibt das auch im ofiziellen Release des Service Pack so.

Carsten Rachfahl
 

Dipl. Ing. Carsten Rachfahl ist seit mehr als 25 Jahren in der IT-Branche tätig. Er ist einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG und für den technischen Bereich verantwortlich.

  • Jens Mander sagt:

    hallo carsten,
    habe leider mit dem gleichen problem zu kämpfen. vor ein paar tagen habe ich mir ein schickes neues notebook von samsung gekauft (p580 mit 8gb ram), w2k8r2 installiert – treiber draufgehauen (ua nvidia 330), hyper-v aktiviert und mein „blaues wunder“ erlebt. dein workaround bietet immerhin eine möglichkeit mit dem system zu arbeiten, ich ärger mich trotzdem schwarz, das nb hat ja schon ein paar euronen gekostet! in diversen foren habe ich das eine oder andere dazu gefunden, aber nichts hat (bisher) geholfen. ich würde ja meine virtualisierung umstellen, aber in meinen (hyper-v)-szenarien stecken monatelange arbeit drinne. btw. auf meinem desktop läuft unter einem i7-system mit geforce gtx 260 die ganze chose einwanfrei!
    ;-(
    gruss, jens mander…

  • Hallo Jens,
    habe soeben SP1 Beta installiert. Ergebnis „kein blaues Wunder“. Probiere doch bitte auch mal ob die Installation des SP1 dein Problem ebenfalls behebt.

    Gruß Carsten

  • Jens Mander sagt:

    moin carsten,
    ich kann hier selbiges berichten! ich hatte nicht mehr viel hoffnung, nachdem was ich in einigen foren etc. gefunden, gehört und gelesen hatte. aber mit beta-sp1 funktionierts bei mir auch. das hat mir jetzt viel arbeit gespart meine netzwerkszenarien auf vmware neu zu bauen.
    gruß und thx 4 info!
    jens mander…

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